Falsches Kino? Ne, falscher Film!!

Also es läuft so:  Ich kann  planen soviel wie ich will – das Leben legt ohne Vorankündigung eine Filmrolle ein, setzt sich anschließend bequem in den Plüschsessel, raschelt mit der Popcorntüte und lacht sich einen Ast wenn mein mit großem Aufwand ausgefeilter Text schon wieder nicht zum vorgegebenen script passt.

Man büffelt ohne Ende für eine Hauptrolle  – surprise, surprise! – es sind nur öde oder gefährliche, schlecht bezahlte Statistenrollen zu vergeben. Bis in die Zehenspitzen erbebend  küsst man hingebungsvoll den atemberaubenden Prinzen –  nur um gleich darauf empört festzustellen, dass dieser im richtigen Leben ein Ekelpaket ist!  Der seine Socken und Klamotten überall in der Wohnung herum liegen lässt – der unsichtbare Dritte räumt ja auf! 

Mein großer Traum ist die Rolle der Scarlett O’Hara in Gone with the wind;  blöderweise jedoch läuft  in MEINEM Leben in einer Endlosschleife Moderne Zeiten mit Charlie Chaplin  – und daraus  immer wieder gerne gezeigt die Szene wo er, ( eigentlich ich ) komplett in das Maschinengetriebe der Anlage gerät; kurz danach wird er ( ich! )  abgeholt und ins Irrenhaus eingeliefert ……

Mein Leben – ein Film!  TADA! Coleur Metro-Goldwyn-Mayer, mindestens. Morgens geht es gleich richtig los!  Die Top-Einschaltquoten gibt für es für Ben Hur;  und das zu Recht, weil das Zeitfenster zwischen aufstehen und das Haus verlassen  ausschließlich die Alternative zwischen einem Wagenrennen mit Charlton Heston oder Cheftrommler bei den Galeerensträflingen erlaubt!  Glaubt man dem morgendlichen Blick in den Spiegel favorisiert der Zustand meiner Frisur eindeutig das Wagenrennen. Gleich im Anschluss daran – übrigens ohne Eiscreme-Pause ! geht als Idealbesetzung  für die Teilnahme im öffentlichen Verkehr der Stadtneurotiker ab. Als Klassiker stehen Casablanca versus Psycho seit Jahren unangefochten in  meiner Besteller-Liste. Das Treffen mit  alten Freunden erinnert gern an Die unheimliche Begegnung der dritten Art,  während ich beim meist erfolglosen Besuch der Sparkasse die Rolle von Marlon Brando in Der Pate super cool gebe,  „Ich werde ihnen ein Angebot machen, das sie nicht ablehnen können.“  HA!  Funktioniert übrigens (noch) nicht. Ich denke, es liegt irgendwie am falsch angeklebten Oberlippenbärtchen……

Weihnachten ist auch bald wieder. This is the season,  unsere Erde macht den Sternen am Nachthimmel Konkurrenz mit einem Großaufgebot an Lichterketten, derweil sowieso schon genervte Verkäuferinnen nach gefühlten 300 mal „Last year I gave you my heart and the very next day you la-la-la-la …“ eine Traumatherapie in Erwägung ziehen (sollten).  Schwarze Socken bitte im 12-er Pack denn,  Baby it’s cold outside. Mandelduft und Butter Spekulatius weil,  Autsch du Fröhliche. Schreiende Kleinkinder und am Rad drehende Mütter – ja genau, Lasst uns froh und munter sein.…..  Und dann wäre da natürlich noch die Familie, Weihnachtsessen, Feiertage, Besuche und freundlich sein inclusive!  Meuterei auf der Bounty ( kappt die Taue!! ) bietet sich als idealer Eisbrecher bei Familienfesten an; nicht zu vergessen Lawrence von Arabien  wegen der trockenen Wüste und so – falls es ja doch mal länger dauert bis die Getränke Wirkung zeigen. Wir schenken uns,  übrigens seit Jahren schon,  wie immer nichts.  Oh nein,  das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen ( Clint Eastwood weiß es schon seit 1992! )  Erbarmungslos …..

Wenn es mich nach Herz, Schmerz und Tüdeldü verlangt, ist  MEIN Film, neben Vom Winde verwehtEin Herz und eine Krone – Hach, schon der Gedanke lässt mich dahinschmelzen!  Einmal nur möchte ich in so einem Kleid mit so einem Mann wie Gregory Peck übers Parkett schweben …….. wie jetzt?? …… die Garderobiere schüttelt bei der Kostümprobe vielsagend den Kopf und der Regisseur gibt nicht das Zeichen?  Pffff…..

Von wegen der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!  Aber Gottseidank,  We’ll always have Paris.

May the Force be with you!

Comments

  • Raupe
    REPLY

    Nein! Jaaaa! Oooh!
    In jedem Fall: Ganz großes Kino!

    17. Mai 2017
  • Ja, das wäre echt schön – damit der Artikel auch gefunden wird, wenigstens von einem kleinen Publikum habe ich ihn mal verlinkt auf meiner Seite:
    http://k-schuhmacher.de/meine-schwester-schreibt/

    17. Mai 2018

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