Gemütliches Winterquartier von charmantem Mitbewohner dringend gesucht!

Gestern am Abend, ich wollt‘ mich grad entspannen –  es war so gegen Zehn – da geschah’s  und es war unglaublich,  um meine Fassung war’s geschehn!

Ein Igel!  – ich musste 2x gucken – saß im Wohnzimmer mittendrin – und trug nen‘ selbstgestrickten Schal – drauf stand  ‚mit Liebe aus Berlin‘

Der Igel thronte dort,  ganz stachlig, rund und fett!  – gereizt schrie er mich an:  „Hallo!! Ich muss jetzt mal ins Bett! – und zwar bleib ich gleich da  bis zum kommenden Frühjahr!“

ICH denk, ich bin am falschen Ort!

Der Igel aber,  der fährt fort: – Wohl sonnenklar, es ist sowas von unzumutbar ein abgewrackter Kellerraum!  – dagegen SO ein Zimmer, das  war mein Traum – schon immer.

Die Katze muss natürlich weg – weil sie macht sowieso nur Dreck  und hat des Weiteren keinen Zweck – Die Pflanzen find ich übrigens schön, – Fernsehen bitte nur bis Zehn, Lautstärke geschaltet auf „für-Igel-angenehm“ – das Streu in der Schlafbox bitte wöchentlich leeren und von wegen Schnarchen sich keinesfalls beschweren

So! Und nun sei so nett – und trag mich ins Bett – Ich heiße übrigens Hieronymus und wie wär‘s jetzt mit einem Gut’s-Nächtle- Kuss?

Ach so: – könntest Du mich bitte am 31. März mal wecken – dann kann ich checken,  ob ich schon ausgeschlafen bin – und wenn nicht  hau ich mich nämlich nochmal hin…… Also bis dann – Gin-Gin!“

Tja, – und ICH sitz übrigens immer noch da – und fühle mich irgendwie ganz sonderbar!

 

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Genau so hat sich die Geschichte zugetragen!  Ehrlich!  Na gut, also fast genau so, der Schal ist ausgedacht, aber er passte Reime-mäßig so schön dazu, ich konnte nicht widerstehen……

Hieronymus ist dann gestern Abend doch nicht bei mir eingezogen. Ich konnte ihn –mühsam! – davon überzeugen, dass meine Wohnung nicht wirklich „Igelgerecht“ konzipiert ist. Und dass einige seiner Bedingungen  einfach unerfüllbar sind. Und unerfüllbar bleiben werden. Es ist mir ja irgendwie schon schwer gefallen ihn abzuweisen, aber Kater Leopold war direkt hinter mir, um mich zu unterstützen. Das war auch gut so, stand für ihn doch einiges auf dem Spiel!

So hinauskomplimentiert aus der Wohnung ist Hieronymus schließlich beleidigt vor sich hin grunzend über die Terrasse in den nachtdunklen Garten verschwunden. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass er einen Überwinterungsplatz findet so wie er ihn sich vorstellt.  Zur Versöhnung habe ich ihm einen Teller mit geschnittenen Apfelstückchen aus dem Hamburger Alten Land hingestellt. Heute Morgen war der Teller leer. Vielleicht  doch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?  Mit gebührendem Abstand selbstverständlich!

Comments

  • Raupe
    REPLY

    So ein nettes Gedicht :o)

    Versuch mal um einen einfachen Abstand zu machen, die Großschreibtaste und gleichzeitig Enter zu drücken und wenn du einen echten Absatz machen möchtest nur Enter. Sollte dann klappen.

    Gruß von der Raupe

    13. September 2017

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